ProjectServer 2010 – Vorbereitung des ProjectServer 2010 für die Failover-Datenbank-Teil IV

In diesem Beitrag wollen wir nun die PWA bereitstellen und danach die Funktion testen. Als Erstes werden wir nun einen weiteren SQL-Alias auf dem SharePoint Server bzw. Project Server 2010 bereitstellen, damit der Failoverserver in der Bereitstellung der Websitesammlung eingegeben werden kann. Öffnen Sie hierfür den SQL-Server Clientkonfigurationsprogramm. Gehen Sie auf hinzufügen, und vergeben Sie einen weiteren Alias-Eintrag. In meinem Beispiel heißt mein Spiegel Server BL-SQL-02.

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Danach sollten die folgenden Aliase wie folgt dargestellt zur Verfügung stehen.

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Wechseln Sie nun auf den SQL-Server, der den Spiegel beherbergt. Tragen Sie dort zwei Aliase hinzu. Einmal den des Prinzipal und einmal, wie in der Abbildung gezeigt, den SQL-Spiegel. Warum Sie diese Einstellungen durchführen müssen, werde ich zum Schluß dieses Artikel erläutern.

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Sollten Sie die Einstellungen durchgeführt haben, wechseln Sie bitte wieder auf Ihren SharePoint Server bzw. Project Server 2010. Als nächstes werden wir eine Websitesammlung unter Berücksichtigung des Failoverserver anlegen. Öffnen Sie hierzu in Ihre Zentraladministration. Klicken Sie auf den Link “Webanwendungen verwalten”.

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Gehen Sie dann auf den Button “Neu” in der Ribbon-Oberfläsche.

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Geben Sie als Hostheader den gewünschten URL ein. In meinem Beispiel “pwa”, da ich die Seite über die URL “http://pwa/” erreichen möchte.

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Geben Sie nun als Service Account Ihr vorgesehenes Konto ein.

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Geben Sie nun bei “Failoverserver” die SQL-Alias ein. Klicken sie anschließend im unteren Bereich auf “Erstellen”.

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Nachdem die Anwendung erfolgreich erstellt wurde, wird Ihnen das wie folgt angezeigt.

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Gehen Sie nun wieder auf die Seite “Dienstanwendungen verwalten”.

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Legen Sie nun eine PWA Seite an. Gehen Sie hierzu wie folgt vor. Klicken Sie auf den Link der bereitgestellten Project Server PSI-Dienstanwendung (in meinem Beispiel: ProjectWebApp).

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Klicken Sie nun auf den Link “Project Web App-Site erstellen”.

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Bei Bedarf, geben sie nun den Project Web App-Pfad ein. In meinem Beispiel möchte ich, dass die PWA über meinen Hostheader http://pwa zu erreichen ist.

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In meinem Beispiel habe ich die Standarddatenbanken geändert, mit dem Zusatz _Mir für den Begriff Mirror. Sie können natürlich auch die Namen in Ihren Standardbezeichnungen lassen. Beachten Sie bitte, dass Sie bei weiteren Bereitstellungen von Project Server Instanzen, die Datenbanken bezeichnen müssen, da sonst die Bereitstellung mit einem Fehler abgebrochen wird.

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Ebenfalls habe ich die Reporting Datenbank, wie oben beschrieben angepasst.

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Klicken Sie nun auf “Erstellen”. Nachdem die Bereitstellung erfolgte, wird Ihnen das wie folgt angezeigt.

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Sie können nun auf den PWA zugreifen. Öffnen Sie hierzu Ihren Browser und geben Sie die URL ein.

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Achtung: Denken Sie daran, dass Sie eventuell einen weiteren DNS Eintrag für Ihre URL hinzufügen müssen.

Schauen wir uns nun einmal die Konfiguration im SSMS an. Öffnen Sie hierzu das SSMS und verbinden Sie sich wieder mit beiden Servern. Öffnen Sie die Knoten “Datenbanken” auf beiden Servern. Wie Sie sehen, existieren die Datenbanken nur auf dem Prinzipal, aber nicht auch dem Spiegel Server. Warum ist das so? Wir haben zwar einen Failover-Server hinzugefügt, die Datenbanken aber liegen zurzeit nur auf dem Prinzipal.

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Achtung: Es wird von Microsoft nicht empfohlen  für die Datenbanken Draft, Published und Archive ein  automatisches Failover zu konfigurieren. Die Reporting Datenbank hingegen, darf mit automatischen Failover konfiguriert werden! 

Führen Sie darum den Sicherheitsassistenten für die oben erwähnten Datenbanken wie folgt aus. Geben Sie nun an, dass Sie keinen Zeugenserver hinzufügen wollen.

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Klicken Sie auf  “Weiter”.

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Verbinden Sie sich nun mit dem Mirror Server. Klicken Sie hierzu auf “Verbinden”.

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Wählen Sie in der Anmeldung Ihren Mirror Server. In meinem Beispiel Bl-SQL-02. Klicken Sie danach auf “Verbinden”. Klicken Sie anschließend auf “Weiter”.

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Tragen Sie als nächstes wieder die Service Accounts ein, die für beide Systeme die Verwaltung übernehmen. Achten Sie darauf, dass Sie die richtigen Accounts benutzen.

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Klicken Sie abschließend auf “Fertig stellen”.

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Abschließend wird die Konfiguration noch einmal überprüft. Prüfen Sie, ob keine Fehler festgestellt wurden. Klicken Sie abschließend auf “Schließen”.

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Sie können nun den Spiegel erstellen. Klicken Sie hierzu auf “Spiegelung erstellen”.

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Führen Sie für alle weiteren Datenbanken (außer die oben erwähnten) die Konfiguration, wie in Teil 2 dieser Reihe beschrieben durch. Danach müsste Ihre Ansicht wie dargestellt aussehen.

Achtung: Es kann vorkommen, dass es bei der WSS_Content und ProjectServer-Reporting Datenbank zu folgender Fehlermeldung kommt.

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Erstellen Sie dann eine extra Sicherung des Transaktionsprotokoll und versuchen Sie es erneut.

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Gehen Sie nun auf den SharePoint Server/Project Server. Wie Ihnen sicherlich schon aufgefallen ist, können wir die Failoverdatenbanken für den Project Server nicht über die Zentraladministration anlegen. Dies können wir nur über die PowerShell erledigen. Öffnen Sie die PowerShell als Administrator und geben Sie den folgenden Befehl ein und klicken Sie anschließend auf ENTER.

Set-SPProjectWebInstance -AdminAccount blankertz-pm\FarmAdmin 
-ArchiveDbname ProjectServer_Archive -DraftDbname ProjectServer_Draft 
-PrimaryDbserver SPS -PublishedDbname ProjectServer_Published 
-ReportingDbname ProjectServer_Reporting -ReportingDbserver MIRROR 
-PrimaryDBMirrorServer MIRROR -ReportingDBMirrorServer SQL2 
-Url http://SharePointFarm/pwa

Sie haben nun zwei Optionen einen Failover durchzuführen. Bei der ersten Möglichkeit sprechen wir von einem kontrollierten Failover. Öffnen Sie hierzu das SSMS. Öffnen Sie wieder die Spiegelungseigenschaften der Datenbank. Klicken Sie auf den Button “Failover”.

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Sie werden nun gefragt, ob sie den Failover wirklich durchführen wollen. Bestätigen Sie die Abfrage mit “Ja”.

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Führen Sie diese Vorgehensweise auf alle Project Datenbanken aus und öffnen Sie Ihre PWA. Wie Sie sehen, können Sie weiterhin auf Ihre PWA zugreifen.

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Diese Möglichkeit eignet sich zum Beispiel für Wartungsarbeiten an den SQL Server. Was macht man aber, wenn es mal den Server weghaut? Hier können Sie sich ein Script erstellen, was einen sogenannten harten Failover ausführt. Führen Sie für jede Datenbank die einen manuellen Failover konfiguriert hat den folgenden Befehl aus:

ALTER DATABASE <database_name> SET PARTNER FORCE_SERVICE_ALLOW_DATA_LOSS

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass die Konfiguration des manuellen Failover nur die Project Datenbanken betrifft, SharePoint Datenbanken sind ausgenommen Smiley.

Über T.Blankertz

Torben Blankertz lebt mit seiner Familie in Erkelenz im Kreis Heinsberg am linken Niederrhein. Hauptberuflich ist er bei der Firma Bechtle IT-Systemhaus Köln im Microsoft Competence Team als IT-Consultant im Enterprise-Segment tätig.Während seiner Ausbildung an der Akademie für Information- und Telekommunikationstechnik zu Essen entwickelte er seinen Schwerpunkt im IT-Controlling: Ermittlung von Projektfortschritten und dessen Wirtschaftlichkeit mit der Ertragswertanalyse (Earned Value). Während der Ausbildung war er als technischer Projektleiter bei einem Dienstleistungsunternehmen in der Umweltbranche tätig. Dort konnte er seine technische Expertise in den Technologien Linux, Microsoft und Citrix ausbauen und vertiefen. Nach der Ausbildung wechselte er in den Raum Köln, wo er als Projektmanager und Berater für Projektmanagement in den Bereichen ITC-Migrations- und ITC-Integrationsprojekte sowie Rollouts mit dem Schwerpunkt Microsoft Technologien eingesetzt wurde. Für die Abwicklung der Projekte war er federführend verantwortlich und richtete dabei seinen Fokus auf die Projktmanagementmethode PRINCE2. Seit 2006 richtet er sein Interesse auf die Umsetzung der Projektmanagementmethoden PRINCE2 und deren Umsetzung mit den entsprechenden Projektmanagementtechnologien aus. Bedingt durch diesen Fokus, ist er auch als Technologieberater für die Produkte: SharePoint und Project Server und deren benötigten Infrastruktur tätig. Seit 2008 doziert er an der Akademie für Informations- und Telekommunikationstechnik zu Essen in den Fächern IT-Controlling, IT-Qualitätsmanagement und IT-Risikomanagement sowie Microsoft Project.
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