Teil 1 – Installation eines Windows Server 2003 Cluster

Es ist schon einige Zeit her, als ich mein letztes Windows 2003 Cluster aufgebaut habe. Vor einiger Zeit musste ich dies auf Grund einer Kundensituation noch einmal in meinem Lab bereitstellen. Hierbei ist mir aufgefallen, dass die Arbeiten nicht gerade einfach sind und das Internet meistens nur englische bzw. unvollständige Dokumentationen hergibt. Ich möchte Ihnen hiermit eine Dokumentation geben, mit der Sie eine Installation durchführen können. Hierzu habe ich die folgende Umgebung in meinem Lab bereitgestellt.

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Achtung: Bitte denken Sie daran, dass es sich beim  Clustering um ein Enterprise Feature handelt. Aus dem Grund benötigen Sie Windows Server 2003 R2 Enterprise. Dies gilt auch bei 2008 R2. Beim Windows Server 2012 ist der Cluster Service schon in der Standard integriert. Ebenfalls benötigen Sie für jede Maschine 2 Netzwerkkarten. Da Sie für ein Failover-Cluster unter 2003 R2 noch eine Heartbeat-Verbindung benötigen.

Wie sie iSCSI Traget und den Initiator bereitstellen können, habe ich hier beschrieben. Da der iSCSI Initiator noch nicht im Lieferumfang von Windows Server 2003 R2 enthalten war, müssen Sie diesen pro Windows Server 2003 R2 herunterladen und installieren. Diesen können Sie hier herunterladen. Achten Sie darauf, dass Sie die richtige Version für Ihr Betriebssystem (32 bzw. 64 Bit) herunterladen.

Stellen Sie nun die Windows Server 2003 R2 in Ihrer Umgebung bereit und installieren Sie alle von Microsoft bereitgestellten Updates auf den jeweiligen Servern. Binden Sie die Storage Laufwerke in den Server ein (iSCSI). Ich habe hierzu die folgenden Laufwerke auf dem Bl-STO-01 angelegt.

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Als erstes werden wir einen Benutzer anlegen, der als Clusterdienstkonto dienen soll. Melden Sie sich hierzu auf dem Domänen Controller an. In meinem Beispiel heißt dieser Benutzer  “ClusterSRV”. Dieser Benutzer muss kein Domänen Administrator sein, sondern auf dem jeweiligen Windows Server 2003 R2 der Gruppe “Lokale Administratoren” angehören. Legen Sie nun den Benutzer an.

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Fügen Sie nun diesen Benutzer auf beiden Windows Servern 2003 R2 der Benutzergruppe “Lokale Administratoren” hinzu.

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Fahren Sie nun Nodes2 herunter. Wichtig ist nun, dass Sie die Laufwerke als Standardlaufwerke einbinden. Dynamische Laufwerke werden nicht vom Cluster Service unter Windows Server 2003 R2 unterstützt! Öffnen Sie nun die Datenträgerverwaltung auf Ihren Node 1. Nun öffnet sich automatisch der Assistent zum Einrichten der Laufwerke. Klicken Sie auf “Weiter”.

Achtung: Führen Sie die folgenden Formatierungen nur auf dem Note 1 durch. Belassen Sie die Einstellung auf Note 2 in der Grundkonfiguration. Bedeutet. Die Laufwerke sind über den iSCSI Target eingebunden, nicht aber online geschaltet.

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Wählen Sie nun die Datenträger aus, die Sie durch den Assistenten formatieren wollen. In meinem Beispiel selektiere ich alle HDD aus. Klicken Sie anschließend auf “Weiter”.

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Wählen Sie im nächsten Fenster keine Platten aus. Hier fragt der Assistent, ob Sie die Laufwerke als dynamische Datenträge installieren wollen. Diese Art der Bereitstellung wird aber nicht vom Windows Cluster Service unterstützt.

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Ihnen wird nun noch einmal eine Zusammenfassung der Konfiguration angezeigt. Überprüfen Sie noch einmal Ihre Einstellung. Sollten Sie einverstanden sein, klicken sie auf “Fertig stellen”.

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Als nächstes müssen wir die HDD formatieren. Wählen Sie eines der bereitgestellten Laufwerke aus. Gehen Sie mit der Maus auf den schwarz dargestellten Bereich und betätigen Sie die rechte Maustaste. Wählen Sie im Kontextmenü die Auswahl “Neue Partition”.

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Wählen Sie nun die Option “Primäre Partition” aus und klicken Sie auf “Weiter”.

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Da ich in meinem Beispiel die komplette Festplatte zur Verfügung stellen möchte, belasse ich die Einstellung und klicke sofort auf “Weiter”. Sollten Sie andere Festplattengrößen benutzen wollen, so passen Sie diese bitte an Ihre Bedürfnisse an und klicken Sie dann auf “Weiter”.

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Vergeben Sie nun einen Laufwerksbuchstaben für Ihre Laufwerke. Da ich das erste Laufwerk als Quorum-Laufwerk nutzen möchte, wähle ich als Buchstaben “Q:\”. Sicher können Sie diese Einstellung frei konfigurieren. Wählen also Ihre favorisierten Laufwerksbuchstaben und klicken Sie anschließend auf “Weiter”.

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Geben Sie nun eine Laufwerksbeschreibung ein. Wie oben schon beschrieben, soll es sich bei dem Laufwerk Q um mein Quorum-Laufwerk handeln, aus diesem Grund geben ich diesen Namen dort ein. Die Namensgebung ist nicht zwingend erforderlich, ermöglicht aber zu einem späteren Zeitpunkt eine schnellere Erkennbarkeit.

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Nun wird Ihnen vom Assistenten noch einmal eine Zusammenfassung angezeigt. Prüfen Sie noch einmal ob die Einstellung Ihren Anforderungen entsprechen und klicken Sie anschließend auf “Fertigs stellen”.

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Führen Sie nun diese Schritte mit allen neu eingebundenen HDD’s aus. Vergeben Sie die Laufwerksbuchstaben wie Sie es wünschen. Da ich später dieses Windows Cluster für ein SQL Server 2005 Cluster benützen möchte, vergebe ich die Laufwerkbuchstaben “T:\” für den MSDTC Service, “S:\” für die Datenbanken und “Q:\” für das Quorum. Danach sollte Ihre Ansicht ähnlich, wie in der Grafik gezeigt, aussehen.

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Damit haben wir die Grundkonfiguration des Node1 Server (BL-SRV2003R2) abgeschlossen. In meinem zweiten Teil werden wir nun das Cluster einrichten.

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Über T.Blankertz

Torben Blankertz lebt mit seiner Familie in Erkelenz im Kreis Heinsberg am linken Niederrhein. Hauptberuflich ist er bei der Firma Bechtle IT-Systemhaus Köln im Microsoft Competence Team als IT-Consultant im Enterprise-Segment tätig.Während seiner Ausbildung an der Akademie für Information- und Telekommunikationstechnik zu Essen entwickelte er seinen Schwerpunkt im IT-Controlling: Ermittlung von Projektfortschritten und dessen Wirtschaftlichkeit mit der Ertragswertanalyse (Earned Value). Während der Ausbildung war er als technischer Projektleiter bei einem Dienstleistungsunternehmen in der Umweltbranche tätig. Dort konnte er seine technische Expertise in den Technologien Linux, Microsoft und Citrix ausbauen und vertiefen. Nach der Ausbildung wechselte er in den Raum Köln, wo er als Projektmanager und Berater für Projektmanagement in den Bereichen ITC-Migrations- und ITC-Integrationsprojekte sowie Rollouts mit dem Schwerpunkt Microsoft Technologien eingesetzt wurde. Für die Abwicklung der Projekte war er federführend verantwortlich und richtete dabei seinen Fokus auf die Projktmanagementmethode PRINCE2. Seit 2006 richtet er sein Interesse auf die Umsetzung der Projektmanagementmethoden PRINCE2 und deren Umsetzung mit den entsprechenden Projektmanagementtechnologien aus. Bedingt durch diesen Fokus, ist er auch als Technologieberater für die Produkte: SharePoint und Project Server und deren benötigten Infrastruktur tätig. Seit 2008 doziert er an der Akademie für Informations- und Telekommunikationstechnik zu Essen in den Fächern IT-Controlling, IT-Qualitätsmanagement und IT-Risikomanagement sowie Microsoft Project.
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