Teil 1 – Ertragswertanalyse mit Microsoft Project Online Professional und 2016

In dieser neuen Blogreihe möchte ich beschreiben, wie Sie mit Microsoft Project eine Ertragswertanalyse (EVA) richtig durchführen können. Viele Leser werden jetzt denken, dass dies doch einfach sei, aber leider ist dem nicht so und zusätzlich weist die Handhabung dieser Methode in Verbindung mit Microsoft Project gegenüber der Lehre, doch ein wenig ab. Leider ist es auch so, dass in vieler Fachliteratur die Umsetzung einer Ertragswertanalyse mit Microsoft Project falsch beschrieben wird. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, in mehreren Artikeln die richtige Umsetzung der Methode mit MS Project zu überschreiben. Damit Sie die Arbeitsweise von Microsoft Project verstehen, habe ich mich entschlossen, ebenfalls auf die Grundlagen der Ertragswertmethode einzugehen.

Bei der Durchführung eines Projektes ist es wichtig von Zeit zu Zeit eine Fortschrittmessung durchzuführen. Für viele Leser sicherlich eine Selbstverständlichkeit. Allerdings stellt diese Anforderung viele Projektmanager vor eine Herausforderung. Sie müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Abgleich der geplanten Werte (PV) mit den aktuellen Kosten (AC) abgleichen. Sollten Projekte nicht mit einem Planungstool, wie Microsoft Project, durchgeführt werden – ist dies eine ernstzunehmende Aufgabe. Viele Projektleiter bzw. Organisationen greifen hier auf das Betriebscontrolling zurück, schließlich erfasst dies alle angefallenen Kosten inkl. der aufgelaufenen Aufwände. Nun ist es allerdings so, dass diese Maßnahmen im Sinne des Projektmanagements nicht ausreichen. Den das Betriebscontrolling kann nur auf Werte zurückgreifen, die aus der Vergangenheit stammen, nicht aber die Werte bereitstellen kann, die in der Zukunft entstehen werden. Gehen wir davon aus, dass Sie mit dem Auto auf der Autobahn fahren, hier können Sie ja auch nicht nur in den Rückspiegel gucken, sondern müssen ebenfalls aufmerksam auf den Straßenverkehr vor Ihnen achten. Die Frage ist nun, können wir als Projektleiter eine Art Glaskugel nutzen, um den Projektverlauf vorherzusagen? Wie Sie sicher ahnen, lautet die Antwort ja – genau hier setzt die Ertragswertanalyse (Earned Value Analyse – EVA) an. Mit dieser Methode erhalten Sie die Möglichkeit, einen sehr genauen Blick in die Zukunft zu machen und somit eine verlässliche Aussage über ihren Projektverlauf zu erhalten.

Ertragswertmethode

Was bedeutet jetzt eigentlich Ertragswertmethode? Die Ertragswertmethode ist eine anerkannte internationale Methode den Projektfortschritt anhand von Kennzahlen zu ermitteln. Wie vermuten lässt, gibt es innerhalb der Methode eine gleichnamige Kennzahl mit dem Namen Ernead Value (EV) die es ermöglicht festzustellen, welche Ergebnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt mit den entstandenen Aufwänden und den eingesetzten Kosten erreicht wurden. Innerhalb von Microsoft Project nennt sich die Kennzahl „Ist-Kosten bereits abgeschlossener Arbeit“ (IKAA). Ebenfalls hört man oft die Bezeichnung Budgeted Cost of Work Performance (BCWP).

In meinem nächsten Artikel werden wir uns mit den Grundlagen der Ertragswertanalyse beschäftigen.

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Über T.Blankertz

Torben Blankertz lebt mit seiner Familie in Erkelenz im Kreis Heinsberg am linken Niederrhein. Hauptberuflich ist er bei der Firma Bechtle IT-Systemhaus Köln im Microsoft Competence Team als IT-Consultant im Enterprise-Segment tätig.Während seiner Ausbildung an der Akademie für Information- und Telekommunikationstechnik zu Essen entwickelte er seinen Schwerpunkt im IT-Controlling: Ermittlung von Projektfortschritten und dessen Wirtschaftlichkeit mit der Ertragswertanalyse (Earned Value). Während der Ausbildung war er als technischer Projektleiter bei einem Dienstleistungsunternehmen in der Umweltbranche tätig. Dort konnte er seine technische Expertise in den Technologien Linux, Microsoft und Citrix ausbauen und vertiefen. Nach der Ausbildung wechselte er in den Raum Köln, wo er als Projektmanager und Berater für Projektmanagement in den Bereichen ITC-Migrations- und ITC-Integrationsprojekte sowie Rollouts mit dem Schwerpunkt Microsoft Technologien eingesetzt wurde. Für die Abwicklung der Projekte war er federführend verantwortlich und richtete dabei seinen Fokus auf die Projktmanagementmethode PRINCE2. Seit 2006 richtet er sein Interesse auf die Umsetzung der Projektmanagementmethoden PRINCE2 und deren Umsetzung mit den entsprechenden Projektmanagementtechnologien aus. Bedingt durch diesen Fokus, ist er auch als Technologieberater für die Produkte: SharePoint und Project Server und deren benötigten Infrastruktur tätig. Seit 2008 doziert er an der Akademie für Informations- und Telekommunikationstechnik zu Essen in den Fächern IT-Controlling, IT-Qualitätsmanagement und IT-Risikomanagement sowie Microsoft Project.
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