HoloLens – die neue Generation der Kommunikation für die Zukunft?

Seit November 2017 ist die Bechtle AG in Neckarsulm der bisher erste Reseller für die „Augmented Reality Brille“ (AR) HoloLens der Firma Microsoft. Das Schöne daran ist, dass ich nun auch in den Genuss komme, die Brille ausschließlich zu testen. Ziel meiner Blog-Reihe soll es sein, Ihnen meine Einschätzung von Partnerunternehmen oder Werbeseiten zu liefern, die eventuell auch einmal einen kritischen Blick auf die neue Technologie geben. Wie heißt es so schön: „Most Valuable Professional – Independent experts. Real world answer“. Sollten Sie Fragen bzgl. der Einführung oder Szenarien so wie der Technik – Rund um das Thema HoloLens haben, so stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

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HoloLens die etwas andere Brille

Wollen wir uns als Erstes einmal anschauen, wo der Unterschied zwischen einer AR (Augemented Reality) Brille und einer VR (Virtual Reality) Brille ist. Hierzu müssen wir uns die Begriffsbestimmungen der unterschiedlichen „Realitäten“, wie sie im Umgang mit Virtual-Realitys oft benutzt werden, einmal genauer anschauen. Gehen wir davon aus, dass Sie einen Gegenstand in einem Museum betrachten, dann redet man von der einen Realität, da diese nicht von einer Technologie zusätzliche Informationen erhalten. Gehen wir nun davon aus, dass Sie eine Brille tragen, in der ihnen weitere Informationen zum Kunstwerk im Sichtfeld eingeblendet werden, so spricht man von einer erweiterten Realität. Die Darstellung der erweiterten Realität. Dann haben wir noch die virtuelle Realität. Hierbei taucht der Nutzer in eine modellierte digitale Welt ab. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ocolus Rift der Firma (Facebook). Der Nachteil der Brille ist, dass der Anwender „nur“ die digitale Welt. Bei der HoloLens handelt es sich um eine „Mixed Reality“ Brille. Hierbei werden alle Realitäten abgebildet, da dem User in seine Reale Welt die modellierte Welt dargestellt wird und somit die Sinneswahrnehmung erweitert werden kann.

HoloLens unter der Haube

In meinem Lieferumfang war einmal die HoloLens, Transport-Case zzgl. eines Clicker’s. In der HoloLens sind mehrere Kamerasysteme und Sensoren eingebaut. Dadurch kann das Sichtfeld aus unterschieldichen Positionen aufgenommen werden. Die Brille die Umgebung aufnehmen und das virtuelle Objekt entsprechend positionieren. Ein weiterer Vorteil der HoloLens ist, dass keine zusätzliche Hardware benötigt wird. Als Prozessor wird ein Intel auf Basis 32 BIT verwendet. Als Co-Prozessor dient der HPU 1.0 (Holographic Proccessing Unit). Der HPU verarbeitet die gesamten Informationen der Umgebungsdaten und die Benutzereingaben. Hierzu zählen auch die Verarbeitung von Gesten und Sprachdaten. Die HoloLens hat 2 GB RAM und 64 GB Flashspeicher. Eine Netzwerkverbindung kann über WLAN hergestellt werden (Wi-FI 802.11ac). Ebenfalls befinden sich an der Brille zwei Lautsprecher, die genau am Ohr positioniert sind. Aufgrund dessen, dass in der Brille fast ein kompletter Rechner verbaut wurde, schlägt das Gewicht mit 579g etwas zu Buche – aber aufgrund des Erlebnisses nimmt man dies gerne in Kauf. Die Akkulaufzeit beträgt ca. 2-3 Stunden bei aktiver Nutzung, im Standby hält es die Brille gut 2 Wochen aus. Das sind zum einen die Werte, die auf der Webseite zu finden sind, die ich aber auch bei der Nutzung bestätigen kann. Der Klicker stellt sich als sehr praktisch heraus. Dadurch kann die Interaktion mit der Brille verbessert werden. Cortana ist zwar nach der Installation mit an Bord, sollte man die Sprachsteuerung allerdings nutzen wollen, so kann man dies zum jetzigen Zeitpunkt nur auf Englisch. Grundlegend wird die Steuerung der Anwendungen durch schnippen des Zeigefingers und dem Daumen durchgeführt. Bei längerer Verwendung, kann da der Arm allerding ein wenig schwer werden, darum stellt der Clicker eine gute Alternative dar.

Was man allerdings benötigt, ist einmal ein Office 365 Account – wen wundertes. Leider noch immer ein Account mit Live-ID. Grundlegend ist die Verbindung mit Office 365 ausreichend, wer allerdings Bilder oder Videos aufzeichnen möchte, kommt an einem Live-ID-Account noch nicht vorbei.

Applikationen

Sicherlich kennen viele schon die schönen Spiele, wo irgendwelche Raumschiffe aus der Wand geflogen kommen oder aber das Universum berichtet werden kann. Allerdings möchte ich die HoloLens im Fokus auf einem Business Case bewerten. Hier können über den Store, Power Point, Outlook und PowerBI, angeboten. Wie auch zahlreiche andere Applikationen. Natürlich ist die HoloLens nicht dafür gedacht, Microsoft Standardapplikationen zu nutzen, sondern einen Mehrwert für Ihr Unternehmen darzustellen. Hier kann die HoloLens zum Beispiel folgende Branchen unterstützen:

Medizin: Die HoloLens kann einen Arzt während der OP dabei unterstützen, nicht sichtbare Elemente anzuzeigen, indem Livebilder von Röntgen, Ultraschall oder Tomographie dargestellt werden. Ebenfalls kann die HoloLens für die Ärzteausbildung genutzt werden, Befunde oder Erkrankungen zu simulieren.

Armee: Hier können Feldoffensiven geplant und durchgeführt werden, sowie entsprechende Simulationen Was-Wäre-Wenn. Entsprechende Feindbewegungen können im Bataillonsgefechtsstand in Echtzeit dargestellt werden.

Bildung: Einen ganz großen Mehrwert wird diese Technologie allerdings in der Bildung bringen, da hier an virtuellen Objekten geschult werden kann. Ob Biologie, Erdkunde, Physik und Chemie alle Bereiche – und vieles mehr können mit der HoloLens geschult werden.

Maschinenbau: Ist eigentlich der Klassiker, der bei vielen HoloLens Videos oder Berichten genutzt wird. Ingenieure entwerfen etwas und das dazugehörige Modell wird durch die HoloLens virtuell dargestellt. Aber auch zur Fernwartung kann Sie genutzt werden. So erzählte mir ein Kunde, dass Sie in der Entwicklung einer Virtualisierung sind, durch deren Einsatz die HoloLens einem Techniker überall auf der Welt eine Reparaturanleitung darstellen kann. Das interessante dabei ist, dass hier sogar eine Hybrid-Lösung erstellt wird, da der Techniker der die Reparatur ausführt, eine Google-Glasses nutzt um das Problem dem Ingenieur in Deutschland anzuzeigen.

Marketing & Werbung: Werbung spielt in unserer heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Hier kann AR genutzt werden, um Möbel die Sie eventuell kaufen wollen in Ihrem Haus zu virtualisieren oder aber Kleidungsstücke anzuprobieren sowie eventuell ein gewünschtes Tattoo zu simulieren.

Wie Sie sehen, gibt es reichlich Szenarien um unterschiedlichste Branchen mit der VR-Technologie zu unterstützen und sicherlich gibt es eine Vielzahl mehr Szenarien als hier beschrieben. Leider gibt es aber auch eine Kehrseite der Medaille, Microsoft liefert die Brille nur mit den Standardapplikationen mit vielen Standard-Apps und Spielen (Beispiele) aus. Die Entwicklung der wunderschönen Welt für Ihr Business müssen Sie selber in die Hand nehmen. Die hieraus resultierenden Entwicklungskosten werden nicht unerheblich sein. Im Laufe der Zeit werden sicherlich einige Hersteller mit einer Standardsoftware für die HoloLens auf den Markt kommen – bis dies so weit ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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Über T.Blankertz

Torben Blankertz lebt mit seiner Familie in Erkelenz im Kreis Heinsberg am linken Niederrhein. Hauptberuflich ist er bei der Firma Bechtle IT-Systemhaus Köln im Microsoft Competence Team als IT-Consultant im Enterprise-Segment tätig.Während seiner Ausbildung an der Akademie für Information- und Telekommunikationstechnik zu Essen entwickelte er seinen Schwerpunkt im IT-Controlling: Ermittlung von Projektfortschritten und dessen Wirtschaftlichkeit mit der Ertragswertanalyse (Earned Value). Während der Ausbildung war er als technischer Projektleiter bei einem Dienstleistungsunternehmen in der Umweltbranche tätig. Dort konnte er seine technische Expertise in den Technologien Linux, Microsoft und Citrix ausbauen und vertiefen. Nach der Ausbildung wechselte er in den Raum Köln, wo er als Projektmanager und Berater für Projektmanagement in den Bereichen ITC-Migrations- und ITC-Integrationsprojekte sowie Rollouts mit dem Schwerpunkt Microsoft Technologien eingesetzt wurde. Für die Abwicklung der Projekte war er federführend verantwortlich und richtete dabei seinen Fokus auf die Projktmanagementmethode PRINCE2. Seit 2006 richtet er sein Interesse auf die Umsetzung der Projektmanagementmethoden PRINCE2 und deren Umsetzung mit den entsprechenden Projektmanagementtechnologien aus. Bedingt durch diesen Fokus, ist er auch als Technologieberater für die Produkte: SharePoint und Project Server und deren benötigten Infrastruktur tätig. Seit 2008 doziert er an der Akademie für Informations- und Telekommunikationstechnik zu Essen in den Fächern IT-Controlling, IT-Qualitätsmanagement und IT-Risikomanagement sowie Microsoft Project.
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